CTU Check

Teil 1: Weshalb ein CTU-Check beim Container gemacht werden sollte

Nicht selten sehen mich Kunden verwundert an, wenn sie von mir hören, dass eine Ladungssicherungsausbildung für Straßenfahrzeuge gemäß VDI 2700a nicht ausreicht, um einen Seecontainer stauen zu dürfen. Noch mehr Entsetzen kommt dann bei den Vorgesetzten und auch bei den Lagermitarbeitenden auf, wenn es um den Eingangscheck geht. An dieser Stelle kommen dann Aussagen wie:

  • „Warum soll ich denn den Container checken?“
  • „Bin ich vom TÜV?“
  • „Was soll ich noch alles machen?“

Irgendwo gebe ich den Kollegen und Kolleginnen recht. Theoretisch sollte sich ein Container, der zu einem Unternehmen geliefert wird in einem akzeptablen Zustand befinden. Doch gleichzeitig muss ich sagen: „Theorie ist das eine, Praxis etwas anderes.“

Regulär wird ein gelöschter (entladener) Container in das nächstgelegene Depot gebracht. Dort befindet sich der Container-Checker. Dieser kontrolliert den Container. Ist alles akzeptabel, geht es vielleicht über den Waschplatz mit Dampfstrahler zum zugewiesenen Abstellplatz. Befinden sich jedoch Schäden an den Bauteilen, so wird der Container der Werkstatt zugeteilt. Diese klärt mit dem Eigentümer des Containers die Reparaturarbeiten. Hier unterscheidet man zwischen dem Reederei-Code und dem IICL-Code. Rerderei-Code bedeutet, der Eigentümer ist eine Reederei und diese hat eigene Vorgaben. IICL-Code gilt bei Containern, die einem Leasing-Unternehmen gehören. Es gibt auch mehrere Stufen von IICL-Codes, aber darüber schreibe ich ein andermal. Ist der Container repariert, steht dieser auf seinem Abstellplatz und wartet auf seinen nächsten Einsatz. Wird dieser Container abgerufen, holt ihn der Lkw-Fahrer ab. Dieser hat ebenfalls eine Kontrolle durchzuführen, bevor er den Container zu dem Unternehmen fährt, dass diesen benötigt.


Wenn man das so liest, stellt sich wirklich die Frage: „Warum soll denn ein Container gecheckt werden?“

Es gibt mehrere Gründe, u. a. dass der Checker im Depot nicht genau hingesehen hat. Doch auf einen Punkt möchte ich hier speziell hinweisen. Eine sehr wahrscheinliche Gefahr ist die, dass der Container von dem Unternehmen, das ihn gelöscht hat, direkt zum nächsten Packer (Verlader) transportiert wird. Dadurch werden das Depot und auch der speziell ausgebildete Checker ausgelassen.

In meinem Bilderfundus befinden sich viele Bilder von Containern, deren „TÜV“ abgelaufen ist oder die gravierende Schäden aufwiesen und trotzdem bei einem Kunden standen, um dessen Ladung um die halbe Welt zu transportieren. Hier der neueste Vorfall:

Dieser Container wurde einem meiner Kunden geliefert. Nach dem öffnen der Türen entdeckten die Mitarbeitenden während des Eingangschecks, dass sich an den Türen eine Art Isolierung befand. Des Weiteren wurde unter das Dach eine Metallkonstruktion geschweißt, an der in regelmäßigen Abständen Schnüre herabhingen. Dieser Container war somit mit absoluter Sicherheit nicht vorher im Depot.

Natürlich ist dies ein extremes Beispiel, dennoch zeigt es, dass es Schwachstellen im System gibt. Daher sind Eingangschecks und auch die spezifische Ausbildung für das Stauen von Containern umso wichtiger!

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